Einführung Gründung einer GmbH

1. Grundlagen und Voraussetzungen

Die Errichtung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) erfolgt gemäss Obligationenrecht indem, dass der oder die Gesellschafter in einer öffentlichen Urkunde erklären, eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung zu gründen, darin Statuten festlegen und die Organe bestellen.

Die Gesellschafter müssen verschiedene Kriterien festlegen, bevor der Gründungsakt notariell vorgenommen werden kann.

1.1. Anzahl der Gesellschafter

Eine GmbH kann durch eine oder mehrere natürliche oder juristische Personen gegründet werden.

1.2. Name der Gesellschaft (Firma)

Grundsätzlich sind Sie bei der Namenswahl (Firmenwahl) frei, folgende Einschränkungen sind jedoch zu beachten:

  1. Der Inhalt der Firma muss der Wahrheit entsprechen.
  2. Die Firma darf keine Täuschungen verursachen.
  3. Die Firma darf keinen öffentlichen Interessen zuwiderlaufen.
  4. Aus der Firma muss die Rechtsform der Gesellschaft (GmbH) ersichtlich sein.

1.3. Sitz der Gesellschaft

Die Gesellschafter müssen entscheiden, in welcher Gemeinde die Gesellschaft ihren Sitz haben wird. Es wird vorausgesetzt, dass die Gesellschaft in der Sitzgemeinde über eigene Büroräumlichkeiten verfügt oder dass ihr eine andere Person ein Domizil zur Verfügung stellt.

1.4. Statuten

Die Statuten regeln die Organisation der Gesellschaft. Die Gründer müssen in den Statuten unter anderem die Firma (Name), den Sitz, den Zweck und die Höhe und Stückelung des Stammkapitals festlegen. Der Zweck muss das Tätigkeitsfeld der Gesellschaft genau umschreiben und darf nicht zu allgemein formuliert sein.

1.5. Einzahlung des Stammkapitals

Das Stammkapital einer GmbH beträgt mindestens CHF 20‘000. Dieser Betrag muss bei der Gründung bereits bei einer Schweizer Bank hinterlegt sein (Bargründung) oder durch andere werthaltige Vermögenswerte sichergestellt sein (Sacheinlagengründung).

1.6. Geschäftsführung und Vertretung

Wird durch die Gründer nichts anderes beschlossen, üben alle Gesellschafter gemeinsam die Geschäftsführung aus und jeder Geschäftsführer ist zur Vertretung der Gesellschaft berechtigt. Meist wollen sich nicht alle Gesellschafter an der Geschäftsführung beteiligen und es muss festgelegt werden, wer für die Geschäftsführung verantwortlich ist und wer für die Gesellschaft unterschriftsberechtigt ist. Falls die Geschäftsführung durch mehrere Personen ausgeübt werden soll, muss ein Vorsitzender der Geschäftsführung bestimmt werden.

1.7. Wahl bzw. Verzicht auf Wahl einer Revisionsstelle

Unterliegt Gesellschaft nicht der ordentlichen Revision (KMUs unterliegen in der Regel nicht der ordentlichen Revision) und weisst sie nicht mehr als zehn Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt kann auf die Wahl einer Revisionsstelle kann verzichtet werden. Ansonsten benötigt Sie eine von der RAB (Aufsichtsbehörde) zugelassene Revisionsstelle, welches die Jahresrechnung der GmbH prüft.

2. Zusammenarbeit / Ablauf beim Notar

Sind die obgenannten Regelungen durch die Gründer festgelegt, wird die Urkundsperson die Gründungsdokumente ausfertigen und den Gründern zur Kontrolle zustellen. Sind alle Gesellschafter mit den Gründungsdokumenten einverstanden, wird ein Beurkundungstermin vereinbart, an welchem die Gesellschaft errichtet wird. Anschliessend reicht die Urkundsperson die Gründungsdokumente dem Handelsregisteramt zur Eintragung in das Handelsregister ein.

Die Gesellschaft wird durch die Gründungsurkunde errichtet, rechtsfähig wird sie jedoch erst durch den Eintrag ins Handelsregister.

3. Vom Einzelunternehmen zur GmbH

Viele Einzelunternehmer wandeln ihr Geschäft nach der Aufbauphase in eine GmbH um. Dies ist gemäss Fusionsgesetz (FUSG) zulässig. Es gibt mehrere Gründe wieso eine Umwandlung sinnvoll sein kann.

3.1. Haftung

Bei der GmbH ist das Haftungsrisiko grundsätzlich auf das Stammkapital (mind. CHF 20‘000) beschränkt (vorbehältlich sog. „Durchgriff“ -> Organhaftung: Bei der Einzelfirma haftet der Inhaber gemäss SchkG (Schuld-Konkursrecht) auch mit seinem Privatvermögen.

  1. 2. Einkommenssteuern/Sozialabgaben

Bei der Einzelunternehmung muss der erzielte Gewinn als Einkommen versteuert werden und darauf werden Sozialabgaben entrichtet, selbst wenn die Mittel im Geschäft belassen werden. Die GmbH hingegen versteuert den Gewinn selber der Inhaber hat nur jenen Teil als Einkommen zu versteuern, welchen er (als Lohn oder Dividende) bezieht.

3.3. Beteiligung / Beteiligungsverhältnisse / Gewinn-& Kapitalrechte

An einer Kapitalgesellschaft wie der GmbH können weitere Personen wie Mitarbeiter, Nachfolger oder Kapitalgeber beteiligt werden (Anteilsverkauf oder Kapitalerhöhung ist möglich). Die Geschäftsübergabe an Nachfolger lässt sich mit einer Kapitalgesellschaft oft einfacher und klarer regeln.

4. Umwandlung Voraussetzungen und Prüfungsbestätigung Revisor

Bei der Umwandlung wird die gesamte Bilanz (mit Aktiven und Passiven) des Einzelunternehmens auf die GmbH übertragen (Sacheinlagevertrag). Sofern das Einzelunternehmen über genügend Eigenkapital verfügt (Nettoaktivenüberschuss mind. CHF 20‘000), kann damit das Gründungskapital gezeichnet werden. Sacheinlagevertrag und Übernahmebilanz sind von einem zugelassenen Revisor zu prüfen. Beim Gründungstermin muss vom Revisor die Prüfungsbestätigung vorliegen.

 5. Empfehlung weiteres Vorgehen

 Aufgrund der Komplexität und der verschiedenen Fachgebiete und Themen welche bei einer Gründung betroffen sind, (Gesellschaftsrecht, Arbeitsrecht, Steuerrecht, Sozialversicherungsrecht, Buchführung, etc.) ist es ratsam bereits vor der Gründung einen kompetenten und qualifizierten Treuhänder (Beisp. Mitglied schweizerischer Treuhänderverband) für ein Beratungsgespräch aufzusuchen.

Dieser kann Sie umfassend beraten und während der gesamten Gründungsphase und darüber hinaus, begleiten und unterstützen.